Energiesparen im Winter

Gaszähler Energiesparen im Winter

Wer kennt sie nicht die Tipps zum Energiesparen. Raumheizung 2 Grad runter. Pullover anziehen. Stoßlüften. Kürzer Duschen oder gleich zum Waschlappen greifen? Wir informieren wo Sie noch Energiesparen im Winter!

Jeder will Energiesparen im Winter. Doch die meisten Tipps sind umgesetzt. Geht da noch was?

Die bekannten Tipps aus Politik und Medien sind sicher alles wirksame Mittel um den Energieverbrauch von privaten Wohnhaushalten zu senken. Je höher die Systemtemperatur der Heizungs- und Warmwasseranlage ist und je mehr Wärme genutzt wird desto höher sind auch die Systemverluste an die Umwelt bzw. Außenluft oder Abwasser. Als Sachverständige für Schäden an Gebäuden werden wir jedoch regelmäßig im Winterhalbjahr zu Feuchtigkeitsschäden mit Schimmelbildung gerufen, obwohl die Nutzer beteuern richtig zu Lüften und zu heizen. Manche Lüftungsratgeber verlangen dreimaliges Stoßlüften. Man fragt sich wie das gehen soll, wenn man den ganzen Tag arbeitet. Die DIN „Lüftung von Wohnräumen“ verlangt planmäßige Außenluftdurchlässe als benutzerunabhängige Feuchteschutzlüftung als Mindestausstattung. Ok, trotz DIN- und Radgebergerechter Stoßlüftung kommt es zu Nässeschäden auch wenn Wasserschäden durch Leckagen oder aufsteigende bzw. eindringende Feuchtigkeit ausgeschlossen werden können. In nicht wenigen Fällen schimmelt die Wand direkt hinter dem Wäscheständer.

Gerade bei jungen Familien mit kleinen Kindern fällt viel Wäsche an und die Tage sind kurz, draußen ist es kalt und sowieso schon dunkel und feucht. Dann doch gleich die Wäsche im Flur oder Wohnzimmer auf den Wäscheständer zum trocknen aufhängen?

Warum ist es keine gute Idee die Wäsche in der Wohnung zu trocknen?

Ein Korb voll nasser Wäsche kann zwei Liter Wasser enthalten. Wird die Wäsche im warmen Flur oder Wohnzimmer getrocknet verdunstet das Wasser und landet als Wasserdampf in der Raumluft. Wird die feuchte Luft nicht schnell genug durch anhaltendes Stoßlüften (bis die Wäsche trocken ist) durch frische kalte Außenluft gewechselt, dringt die Feuchtigkeit in Möbel, Wohntextilien und Wände. Dies führt zu einer anhaltenden Auffeuchtung der Raumluft und kann dann insbesondere an Außenwänden, hinter Schränken und in Wandecken und Fensterleibungen zu Schimmelbildung führen. Nicht nur das, eine erhöhte Feuchtigkeit der Raumluft benötigt mehr Energie für die Erwärmung bzw. Heizenergie und dann muss ja die von außen einströmende kalte Luft immer wieder erwärmt werden. Deshalb führt das Wäschetrockenen in der Wohnung aus zweierlei Gründen zu einem erhöhten Energieverbrauch, wenn nicht auch noch zu Nässeschäden mit Schimmelbefall.

Wieviel Heizenergie verbraucht das Wäschetrocknen in der Wohnung?

Beim Wäschetrocknen wird für die Verdunstung und der Lüftung der Raumluft Energie entzogen, welche im Winter durch Heizen ausgeglichen werden muss. Zusätzlich muss die Feuchtigkeit durch anhaltendes Stoßlüften durch Außenluft ausgetauscht werden. Dies führt zu erhöhten Lüftungswärmeverlusten und zu einer erhöhten Heizkostenrechnung. Im Winter mit tiefen Außentemperaturen bzw. hohen Temperaturunterschieden zwischen außen und innen funktioniert die Stoßlüftung gut. In der Übergangszeit mit geringen Temperaturunterschieden weist die relativ warme Außenluft in der Regel noch eine hohe natürliche Luftfeuchtigkeit auf, sodass die Wäsche gefühlt ewig zum trocknen braucht. Um dies zu beschleunigen muss dem Trockenraum Energie zugeführt werden.

Für die Verdunstung von 1 Liter Wasser wird 2257 KJ benötigt. dies entspricht 0,627 kWh bzw. für eine Wäsche sind 1,254 Kwh erforderlich. Bei einer Wäsche täglich summiert sich der zusätzliche Heizenergiebedarf auf 37,62 Kwh je Monat bzw. 225,72 Kwh je Winter. Dazu kommen jetzt noch die Lüftungswärmeverluste, welche ein Vielfaches des oben berechneten Wertes betragen können. Das ist nur eine überschlägige Abschätzung, welche verdeutlicht, dass es noch einige unentdeckte Potentiale für das Energiesparen im Winter gibt.

Wie kann die Wäschetrocknung und Energiesparen im Winter funktionieren?

An sonnigen und windigen Tagen kann die Wäsche auch im Winterhalbjahr im Freien getrocknet werden. Nachts ist allerdings mit Tau zu rechnen, sodass die Wäsche wieder nass wird. Deshalb sind überdachte Bereiche zu bevorzugen. Ideal für das Wäschetrocknen im Winter ist ein gut belüfteter Dachboden. In modernen Wohnhäusern gibt es oftmals Trockenräume, welche technisch belüftet werden. So können Sie ihre Wäsche schnell trocknen und Energiesparen im Winter ohne Nässeschäden mit Schimmelbefall zu befürchten.

Bei Fragen steht Ihnen ein GSB Bausachverständiger im Verbund mit den GSB Experten  gern zur Verfügung.