Risse

Sachverständige für Risse im Bauwesen

Risse im Bauwesen sind in der Regel Hinweise auf Materialversagen. Manche materialbedingte Risse lassen sich nicht vermeiden. Im Bauwesen kennen kennen wir diverse Techniken um Risse zu minimieren. Manche unvermeidbare Risse müssen als Bagatelle hingenommen werden.

Materialbedingte Risse und deren Ursachen

Viele verwendete Baustoffe können nur geringe Zugkräfte schadenfrei aufnehmen. Werden diese überschritten, kommt es zu einer Überlastung und damit zum Bruch welcher sich als Riss äußert. Am Rissbild kann der GSB Sachverständige die Rissursache erkennen. So können Risse auf Druck-, Zug- oder Schubkräfte wegen materialtypischen Schwund und Längenänderungen, unterschiedlichen Setzungen oder Fehler bei Planung und Ausführung zurückzuführen sein. Anlass für eine plötzliche Rissbildung können außergewöhnliche Ereignisse wie besonders hohe oder tiefe Temperaturen, Trockenheit oder Hochwasser bzw. Wasserschäden wie auch Erschütterungen z.B. durch Baumaßnahmen, tieffrequenter Schall oder Unfälle sein. Die meisten herstellungsbedingten Risse treten während der ersten zwei Jahre nach Errichtung eines Gebäudes auf. Risse können auch nach Jahrzehnten insbesondere wegen Alter, mangelhafter Instandsetzung z.B. von Fugen sowie bei Bauschäden auftreten.

Risse an Fassaden und Innenwänden

Zur Beurteilung von gerissenen Putze an Fassaden bzw. Innen- und Außenwänden wird sachverständig unter putzbedingten, putzgrundbedingten und bauwerksbedingten Rissen unterschieden. Haarrisse an Fassaden bis 0,2 mm Breite, welche bei gebrauchsüblichem Abstand und Beleuchtung nicht wahrnehmbar sind, sind in der Regel technisch kaum zu vermeiden, werden als Bagatelle betrachtet und sind damit hinzunehmen. Sichtbare Risse mit einer Rissbreite über 0,1 mm an Innenwänden, insbesondere an wichtigen Stellen im Wohnzimmer, sind in der Regel sachverständig als Mangel zu bewerten.

Risse in Fugen

Gerissene Fugen sind in der Regel auf Fehler in der Planung bzw. Konstruktion der Fuge oder mangelhafte Instandsetzung nach Überschreitung der Lebensdauer je nach Art der Fuge zurückzuführen.

Risse im Mauerwerk

Risse im Mauerwerk können z. B. auf Schwund oder thermische Längenänderungen zurückzuführen sein. Insbesondere großformatige hochwärmedämmendes Mauerwerk und Planelemente neigen zur Rissbildung im Fugenbereich. In Verbindung mit Bauteilen aus Stahlbeton z. B. Ringanker, Decken und Stürzen ergeben sich rissgefährdete Bereiche, welche besondere Maßnahmen zur Reduzierung der Rissbildung erfordern.

Risse im Beton

Risse in Beton können z. B. auf Schwund, Hitzespannung oder auf Alkali-Kieselsäure-Reaktion bzw. Betonkrebs zurückzuführen sein. Je nach den vereinbarten Anforderungen an die Sichtbetonqualität können Haarisse bis 0,2 mm zulässig sein.

Risse im Estrich

Risse in beheizten und unbeheizten Fußbodenkonstruktionen können materialbedingt auf Schwund wie auch auf fehlerhafte Anordnung von Dehnungsfugen zurückzuführen sein. Je nach Art und Konstruktion eines Estrichs werden unterschiedliche Anforderung an die Rissfreiheit gestellt.

Risse in Bauteilen aus Holz

Risse in Holz können auf Schwund auch in Verbindung mit übermäßigem Quellen nach einem Wasserschaden oder wegen mangelhaften Schutz von maßhaltigen Bauelementen wie Fenster und Türen zurückzuführen sein.

Risse in Beschichtungen, Bekleidungen und Belägen

Gerissene Beschichtungen, Bekleidungen und Beläge wie Anstriche, Platten oder Fliesen, können materialbedingt auf Alter und Abnutzung bzw. mangelhafte Instandhaltung sowie auf mangelhaften Untergrund zurückzuführen sein.

Risse an Gebäuden

Bauwerksbedingte Risse können z. B. auf ungleichmäßige Setzungen, fehlende Gebäude- und Dehnungsfugen, unzureichende Gründung, Bergschäden oder erhöhte Durchbiegung zurückzuführen sein. Erschütterungen aus Schienen- und Schwerlastverkehr sowie erschütterungsintensiven Baumaßnahmen können vorhandene Risse an Gebäuden vergrößern und ggf. zu erneuter Rissbildung führen. Schwere Bauschäden können die Standsicherheit des Gebäudes beeinträchtigen.

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Bei Fragen steht Ihnen ein GSB Bausachverständiger gern im Verbund mit den GSB Experten zur Verfügung.

Putzschäden

Putzschäden – Mängel und Schäden an Außen- und Innen-Putz

Zur aktuellen Entwicklung aus Forschung und Praxis

Moderne Putze müssen immer mehr optische und technische Anforderungen in dünner werdenden Schichten erfüllen. Durch Zugabe von diversen Kunststoffen und ausgefeilte Rezepturen gelingt dies vielfach. Nach bewährter Putzregel “weich auf hart” sind moderne wärmedämmende Putzfassaden insbesondere WDVS nicht denkbar. Nicht immer sind diese dünnen Putzschichten von der gewohnten Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit geprägt. In der Regel stellen Haar-Risse im Putz  keinen technischen Mangel dar.

Mängel und Schäden an klassischen Putz-Fassaden, Wärmedämmputz historischen Putzen, Sanierputz und Innenputz wie Risse, Ausblühungen, Abplatzungen und andere Putzschäden durch Fehler in der Planung, Überwachung und Ausführung

Im Verantwortungsbereich der Planung und Sanierung liegt neben den architektonischen die Festlegung der technischen Anforderungen an Putzen aller Art. Zu beachten sind dabei die gesetzlichen Anforderungen sowie die allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik insbesondere die Regelwerke des DIN und der WTA wie z.B. VOB Teil C DIN 18350 Putz- und Stuckarbeiten, DIN 18550 Putze und Putzsysteme – Ausführung, DIN 18558 Kunstharzputze, DIN EN 998-1 Festlegungen für Mörtel im Mauerwerksbau – Putzmörtel sowie die WTA-Merkblätter aus dem Referat 2 Oberflächentechnologie insbesondere WTA-Merkblatt 2-4 Beurteilung und Instandsetzung gerissener Putze an Fassaden, 2-7 Kalkputze in der Denkmalpflege, 2-9 Sanierputzsysteme und die “Sockelrichtlinie”.

Häufige Fehlerquellen in der Planung und Ausführung

– mangelhafte Untergrundvorbereitung
– ungeeignete klimatische Bedingungen (Frost, zu hohe Baufeuchtigkeit, Schlagregen, etc.)
– fehlerhafte Einschätzung der vorhandene Belastung durch bauwerkschädigende Salze (Ausblühungen) und Feuchtigkeit des Putzgrundes
– verschiedenartige Stoffe im Untergrund
– riss-gefährdeter Putzgrund
– zu geringer Putzauftrag
– zu geringe und ungleichmäßige Einbettung des Putzträgers
– fehlende und ungeeignet Putzarmierung
– Verschmutzung und Veralgung
Risse, Ausblühungen und Abplatzungen

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